Essen und Trinken sind unsere tägliche Lebensgrundlage. Aber sie bedeuten auch Kultur, Genuß und Geselligkeit. Die bäuerliche Landwirtschaft hat unsere vielfältige Kulturlandschaft über Jahrhunderte und Jahrtausende geprägt. Aber längst steht die Erzeugung unserer Nahrungsmittel zu großen Teilen nicht mehr im Einklang mit der Natur. Die konventionelle Landwirtschaft ist zu einem der größten Umweltzerstörer geworden. Monokulturen mit massivem Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngern vergiften unsere Böden und unser Trinkwasser. Agrarfabriken quälen unsere Nutztiere, die die menschliche Kultur seit Jahrtausenden begleitet haben. Und die Gentechnik soll die Probleme lösen, die mit solch einer Wirtschaftsweise zwangsläufig einher gehen müssen. Das jedoch ist nur Symptombekämpfung - die Ursachen aber bleiben. Eine solche Landwirtschaft ist auf Dauer nicht zukunftsfähig, und kann die Welt nicht ernähren. Der ökologische Landbau zeigt, dass es auch anders geht. Erzeuger, Handel und Politik sind gefordert, eine Kehrtwende zu vollziehen. Aber auch die Verbraucher sind gefragt. Mit deinem Einkaufskorb entscheidest Du - ja, genau Du - wie unsere Lebensmittel erzeugt werden.

 Aktionen & News
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Detox Update: Primark will entgiften!

Die Billigmarke Primark unterschreibt die Detox-Verpflichtung von Greenpeace, nur knapp zwei Wochen nach der britischen Luxusmarke Burberry. Die irische Bekleidungsfirma ist damit das zwanzigste Unternehmen, das sich für eine giftfreie Textilproduktion verpflichtet. Beim Kinderkleidungstest "Kleine Monster im Kleiderschrank" von Greenpeace im Januar wurden auch Textilien von Primark und Burberry auf giftige Chemikalien wie etwa Nonylphenolethoxylat, per- und polyflourierte Chemikalien (PFC) oder Phtalate (Weichmacher) untersucht. Diese Chemikalien gelten als hochgiftig, hormonell wirksam und krebserregend. Einige PFC können das Immunsystem und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen führen. Ein in Deutschland gekauftes T-Shirt von Primark enthielt 11 Prozent Weichmacher (Phthalate). Dies ist ein für Kinderspielzeug in der EU unzulässiger Wert.
Bereits in den nächsten Monaten will Primark die ersten Abwasserdaten der Zulieferer – mit Mengenangaben zu allen gefährlichen Chemikalien – öffentlich machen. Damit können sich die Menschen in unmittelbarer Nähe der Fabriken in Zukunft über die Belastung ihrer Trinkwasserressourcen und Flüsse informieren. Primark will so für mehr Transparenz in der gesamten Lieferkette sorgen. Primark muss nun den Worten auch Taten folgen zu lassen, damit das Wasser in China und anderen Produktionsländern wieder sauberer wird. Außerdem muss Primark dringend die sozialen Bedingungen der Textilarbeiter verbessern. Umweltschutz und menschenwürdige Arbeitsbedingungen sollten Hand in Hand gehen. Die Marken sind dafür verantwortlich, beides zu garantieren.

Detox Update: Burberry will entgiften!

Die britische Luxusmarke Burberry will bis zum Jahr 2020 komplett auf den Gebrauch gefährlicher Chemikalien in der gesamten Produktionskette verzichten. Als Reaktion auf die Detox-Kampagne und weltweite Verbraucherproteste veröffentlichte Burberry am 28.01.2014 eine entsprechende Erklärung. Nun liegt es bei Burberry, die Verpflichtung auch umzusetzen. Burberry muss Daten über Lieferketten und Abwasser veröffentlichen und die gefährlichen Chemikalien verbannen.
Burberry hat eingewilligt, zunächst die Bekleidung zu entgiften, danach sollen bis zum Jahr 2020 alle weiteren Produkte der Marke folgen. Außerdem sollen bereits bis Juni 2014 die Abwasserdaten der Zulieferer – mit Mengenangaben zu allen gefährlichen Chemikalien - offengelegt werden. Bis Juli 2016 will Burberry alle per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) aus seiner Lieferkette eliminiert haben.

Burberry reagiert auf öffentlichen Druck

Der Entscheidung von Burberry war wochenlanger öffentlicher Druck von Greenpeace und Zehntausenden Unterstützern vorausgegangen. In Europa und Asien protestierten Greenpeace-Aktivisten vor den Burberry-Läden. Auf Facebook, Twitter und Instagram erreicht Burberry ein Millionenpublikum – und wurde dort von kritischen Konsumenten tausendfach dazu aufgefordert, seine Kleidung zu entgiften.

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adidas: Detox our fashion!

Video: Sebastian Zwang/Greenpeace Frankfurt am Main

Frankfurt, 25. 1. 2014 – Gegen den Einsatz von giftigen Chemikalien in der Textilproduktion hat Greenpeace Frankfurt am Samstag vor dem adidas-Geschäft auf der Zeil protestiert. Auch in 34 weiteren Städten fand die Aktion vor Läden und Verkaufsstätten der Sport- und Modekette statt, darunter in Berlin, Köln, München, Stuttgart, und Hamburg. Passanten waren eingeladen, einen fünf mal drei Meter großen, dreidimensionalen DETOX-Schriftzug und adidas-Logo zu bemalen und eine giftfreie Textilproduktion zu fordern. Die aktuelle Auflage des Greenpeace Textilratgebers war bei den Verbauchern sehr begehrt. Darin beleuchten wir, auf welche Labels man beim Textileinkauf achten kann.

Auch mehrere GreenTeams aus dem Rhein-Main-Gebiet haben bei der Aktion mitgemacht – schließlich hat die jüngste Greenpeace-Untersuchung von Kinderkleidung teils hohe Werte an Giftstoffen gefunden. Anschließend wurde die Kunst-Skulptur dem Filialleiter überreicht, zusammen mit einer Infomappe. Der Filialleiter war unseren Argumenten gegenüber aufgeschlossen und sagte, eine Textilproduktion ohne Gift sei auch in seinem Sinne. Bilder von der Aktion hier auf flickr!

Test von Kinderkleidung mit bedenklichen Ergebnissen

adidas verwendet für die Textilherstellung in China und Indonesien nach wie vor teilweise hormonell wirksame oder krebserzeugende Substanzen. In dem von Greenpeace in der vergangenen Woche veröffentlichten Test von Kinderkleidung hat auch adidas schlecht abgeschnitten: In einem Mädchenbadeanzug aus China fand sich eine hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA). In Kinderschuhen aus Indonesien fand Greenpeace Rückstände von Perfluoroctansulfonat (PFOS). Beide Schadstoffe gehören zur Gruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Diese sind extrem langlebig, sie bauen sich kaum ab und finden sich bereits rund um den Globus wieder.

Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Aber vor allem in den Herstellungsländern reichern sich die verwendeten Chemikalien in der Umwelt an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. Sie können Immunsystem sowie Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Krebs führen. PFC wurden bereits im Menschlichen Blut und Muttermilch nachgewiesen und finden sich auch bereits in der Arktis und Antarktis, z.B. im Fettgewebe von Eisbären.

Von billig bis teuer: Auch Luxusmarken sind mit Schadstoffen belastet

Die Aktion in Deutschland ist Teil eines internationalen Protests. In China und weiteren Ländern in Asien, Europa und Südamerika protestieren Greenpeace-Aktivisten an diesem Wochenende vor Modeläden und fordern eine saubere Textilproduktion. Auch die Luxusmarke Burberry hat in dem Greenpeace-Test schlecht abgeschnitten. Die getestete Burberry-Kleidung enthält bspw. Nonylphenolethoxylate (NPE), die im Abwasser zu giftigen Nonylphenolen umgewandelt werden. Mit der Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. 18 führende Bekleidungsketten wie Mango, Levi’s, Zara und H&M haben die Detox-Verpflichtung von Greenpeace bereits unterschrieben und zugesagt, diese bis zum Jahr 2020 umzusetzen. Wir fordern Burberry auf, sich ebenfalls dem Detox-Commitment anzuschließen.

adidas muss jetzt konsequent entgiften!

Zwar hat adidas als eines der ersten Unternehmen das Detox-Commitment unterschrieben und eine Beschränkungsliste bestimmter Substanzen in einer „Restricted Substance List“ aufgestellt. Das bedeutet, dass der Sportgigant bis 2020 die gefährlichsten Chemikalien ausschließen möchte. Das begrüßen wir sehr. Doch das Committment war sehr allgemein gehalten. Adidas betont zwar immer wieder, dass sie viel tun, doch konkrete und ernstzunehmende Schritte werden nicht benannt. Verbraucher sollen offensichtlich einfach glauben und nicht nachvollziehen können, was genau getan wird. Statt glaubhafte und ambitionierte Maßnahmen zu ergreifen, ruht sich adidas nun auf Teilzugeständnissen aus und versteckt sich hinter einer so genannten „Branchenlösung“. adidas will lediglich die sogenannten langkettigen PFC bis Anfang 2015 ausschließen. Wir fordern adidas auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und PFC komplett auszuschließen.

Einkaufsratgeber Textillabel (2013/10)
Report "Kleine Monster im Kleiderschrank" (2014/01) [Kurzfassung, deutsch]

Report "A Little Story About the Monsters In Your Closet" (2014/01) [Vollversion, englisch]

Pressemitteilung: 

 

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