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Essen und Trinken sind unsere tägliche Lebensgrundlage. Aber sie bedeuten auch Kultur, Genuß und Geselligkeit. Die bäuerliche Landwirtschaft hat unsere vielfältige Kulturlandschaft über Jahrhunderte und Jahrtausende geprägt. Aber längst steht die Erzeugung unserer Nahrungsmittel zu großen Teilen nicht mehr im Einklang mit der Natur. Die konventionelle Landwirtschaft ist zu einem der größten Umweltzerstörer geworden. Monokulturen mit massivem Einsatz von Pestiziden und synthetischen Düngern vergiften unsere Böden und unser Trinkwasser. Agrarfabriken quälen unsere Nutztiere, die die menschliche Kultur seit Jahrtausenden begleitet haben. Und die Gentechnik soll die Probleme lösen, die mit solch einer Wirtschaftsweise zwangsläufig einher gehen müssen. Das jedoch ist nur Symptombekämpfung - die Ursachen aber bleiben. Eine solche Landwirtschaft ist auf Dauer nicht zukunftsfähig, und kann die Welt nicht ernähren. Der ökologische Landbau zeigt, dass es auch anders geht. Erzeuger, Handel und Politik sind gefordert, eine Kehrtwende zu vollziehen. Aber auch die Verbraucher sind gefragt. Mit deinem Einkaufskorb entscheidest Du - ja, genau Du - wie unsere Lebensmittel erzeugt werden.

 Aktionen & News
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adidas: Detox our fashion!

Video: Sebastian Zwang/Greenpeace Frankfurt am Main

2014_01_25_Detox01.JPGFrankfurt, 25. 1. 2014 – Gegen den Einsatz von giftigen Chemikalien in der Textilproduktion hat Greenpeace Frankfurt am Samstag vor dem adidas-Geschäft auf der Zeil protestiert. Auch in 34 weiteren Städten fand die Aktion vor Läden und Verkaufsstätten der Sport- und Modekette statt, darunter in Berlin, Köln, München, Stuttgart, und Hamburg. Passanten waren eingeladen, einen fünf mal drei Meter großen, dreidimensionalen DETOX-Schriftzug und adidas-Logo zu bemalen und eine giftfreie Textilproduktion zu fordern. Die aktuelle Auflage des Greenpeace Textilratgebers war bei den Verbauchern sehr begehrt. Darin beleuchten wir, auf welche Labels man beim Textileinkauf achten kann.

Auch mehrere GreenTeams aus dem Rhein-Main-Gebiet haben bei der Aktion mitgemacht – schließlich hat die jüngste Greenpeace-Untersuchung von Kinderkleidung teils hohe Werte an Giftstoffen gefunden. Anschließend wurde die Kunst-Skulptur dem Filialleiter überreicht, zusammen mit einer Infomappe. Der Filialleiter war unseren Argumenten gegenüber aufgeschlossen und sagte, eine Textilproduktion ohne Gift sei auch in seinem Sinne. Bilder von der Aktion hier auf flickr!

Test von Kinderkleidung mit bedenklichen Ergebnissen

Titelbild_Report_Kleine Monster.pngadidas verwendet für die Textilherstellung in China und Indonesien nach wie vor teilweise hormonell wirksame oder krebserzeugende Substanzen. In dem von Greenpeace in der vergangenen Woche veröffentlichten Test von Kinderkleidung hat auch adidas schlecht abgeschnitten: In einem Mädchenbadeanzug aus China fand sich eine hohe Konzentration von Perfluoroctansäure (PFOA). In Kinderschuhen aus Indonesien fand Greenpeace Rückstände von Perfluoroctansulfonat (PFOS). Beide Schadstoffe gehören zur Gruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Diese sind extrem langlebig, sie bauen sich kaum ab und finden sich bereits rund um den Globus wieder.

Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Aber vor allem in den Herstellungsländern reichern sich die verwendeten Chemikalien in der Umwelt an und gelangen über die Nahrungskette in den menschlichen Körper. Sie können Immunsystem sowie Fruchtbarkeit beeinträchtigen und zu Schilddrüsenerkrankungen sowie Krebs führen. PFC wurden bereits im Menschlichen Blut und Muttermilch nachgewiesen und finden sich auch bereits in der Arktis und Antarktis, z.B. im Fettgewebe von Eisbären.

Von billig bis teuer: Auch Luxusmarken sind mit Schadstoffen belastet

2014_01_25_Detox02.pngDie Aktion in Deutschland ist Teil eines internationalen Protests. In China und weiteren Ländern in Asien, Europa und Südamerika protestieren Greenpeace-Aktivisten an diesem Wochenende vor Modeläden und fordern eine saubere Textilproduktion. Auch die Luxusmarke Burberry hat in dem Greenpeace-Test schlecht abgeschnitten. Die getestete Burberry-Kleidung enthält bspw. Nonylphenolethoxylate (NPE), die im Abwasser zu giftigen Nonylphenolen umgewandelt werden. Mit der Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. 18 führende Bekleidungsketten wie Mango, Levi’s, Zara und H&M haben die Detox-Verpflichtung von Greenpeace bereits unterschrieben und zugesagt, diese bis zum Jahr 2020 umzusetzen. Wir fordern Burberry auf, sich ebenfalls dem Detox-Commitment anzuschließen.

adidas muss jetzt konsequent entgiften!

Zwar hat adidas als eines der ersten Unternehmen das Detox-Commitment unterschrieben und eine Beschränkungsliste bestimmter Substanzen in einer „Restricted Substance List“ aufgestellt. Das bedeutet, dass der Sportgigant bis 2020 die gefährlichsten Chemikalien ausschließen möchte. Das begrüßen wir sehr. Doch das Committment war sehr allgemein gehalten. Adidas betont zwar immer wieder, dass sie viel tun, doch konkrete und ernstzunehmende Schritte werden nicht benannt. Verbraucher sollen offensichtlich einfach glauben und nicht nachvollziehen können, was genau getan wird. Statt glaubhafte und ambitionierte Maßnahmen zu ergreifen, ruht sich adidas nun auf Teilzugeständnissen aus und versteckt sich hinter einer so genannten „Branchenlösung“. adidas will lediglich die sogenannten langkettigen PFC bis Anfang 2015 ausschließen. Wir fordern adidas auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und PFC komplett auszuschließen.

Einkaufsratgeber Textillabel (2013/10)
Report "Kleine Monster im Kleiderschrank" (2014/01) [Kurzfassung, deutsch]

Report "A Little Story About the Monsters In Your Closet" (2014/01) [Vollversion, englisch]

Pressemitteilung: 

 

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