"Goldene Kettensäge" für asiatischen Urwaldzerstörer

30.01.2011, Michelle Bayona (Greenpeace-Deutschland): So hatte sich der umstrittene Papierhersteller "Asian Pulp & Paper" (APP) seinen Auftritt auf der internationalen Fachmesse "Paperworld" sicher nicht vorgestellt: Seit heute ziert dessen Messestand in Frankfurt eine goldene Kettensäge. Greenpeace-Aktivisten entlarven mit der Übergabe des Schmähpreises den größten Regenwaldzerstörer Indonesiens.

Aktion „Buchenwaldschutz in Deutschland“

Weil in Deutschland alte Buchen- und Laubwälder immer mehr durch verstärkten Einschlag bedroht sind, hat sich Greenpeace den Schutz der alten Buchenwälder in unserem Land auf die Fahnen geschrieben. Greenpeace wird so lange aktiv sein, bis der von der Bundesregierung 2007 versprochene Schutz von 10% des öffentlichen Waldes – auch in den einzelnen Ländern - erreicht ist, wenn vorerst auch als Moratorium.

Seit letzten Jahr hat Greenpeace dazu sich mit Aktionen auf zwei schützenswerte alte Buchenwälder in Bayern und Niedersachsen konzentriert: den Spessart und den Solling. Von Februar bis Ende März sowie im Oktober/November 2012 kartografierten Aktivisten Buchenwald im Spessart, sie vermaßen alte Bäume und identifizierten Biotopbäume.

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Wald

Wälder leisten viele Dienste, ohne die Leben auf der Erde nicht möglich wäre. Dazu gehört vor allem ihre Fähigkeit,  Kohlendioxid aufzunehmen und Sauerstoff abzugeben sowie den Wasserkreislauf der Erde und Dürre und Flut zu regeln. Auch der Boden benötigt Wälder, die den nährstoffreichen Humus aufbauen. Zudem liefern vor allem die tropischen Wälder die Stoffe zu einem Viertel der erhältlichen Medikamente, u.a. Chinin gegen Malaria oder Curare als Narkosemittel. Für etwa 60 Millionen Indigenen weltweit sind Wälder Lebensgrundlage und sie beliefern über eine Milliarde Menschen, die in großer Armut leben, mit Nahrung, Fasern und vor allem Brenn- und Baustoff.

Angesichts der für unser Leben enormen Bedeutung von Wald ist die Ignoranz und Verantwortungslosigkeit unverständlich, mit der Jahr für Jahr weltweit an die 13 Millionen Hektar  - pro Tag ein Gebiet, zweimal so groß wie Paris - vernichtet wird. Besonders in Afrika, Lateinamerika und weiten Teilen Asiens verschwindet der Wald im rasanten Tempo. Er wird abgeholzt für Viehzucht, Papier, Soja, Palmöl; letzteres - wie auch Zuckerrohr - trägt als sogenannter Biokraftstoff hauptsächlich zur Entwaldung in Indonesien, Malaysia aber auch Afrika oder Brasilien bei. Zunehmend wird Wald  für Bergbau und Öl geopfert mit immensen Schaden für Umwelt und Mensch. Nicht vergessen werden sollte auch, dass Wald für Tabak herhalten muss, so hat Malawi seinen Wald schon großteils in Zigaretten umgesetzt und dort sowie z.B. in Indien leiden hunderte von Kindern unter gesundheitlichen Folgen ihrer Arbeit auf den Tabakplantagen.

Amazonas Regenwald

Ausdehnung
Über 6000 km schlängelt sich der Amazonas, der wasserreichste und zweitlängste Fluss der Welt, durch den größten Regenwald der Erde. Das gigantische “Ökosystem Amazonas“ mit einer Fläche von der Größe Europas, ca. 6000000qkm, befindet sich zu Zweidrittel in Brasilien.

Tiere & Baumarten

Mit über 500 Baumarten auf 1ha Wald beheimatet er mehr Arten als in Nordamerika und Europa zusammen und ist Heimat rd. 1/3 aller bekannten Tier- und Pflanzenarten. In ihm leben über 60.000 Pflanzen-, 1000 Vogel- und mehr als 300 Säugetier- und in seinen Gewässern mehr als 2.000 Fischarten. Der unumschränkte Herrscher ist der Jaguar, beeindruckend sind aber auch die Anakonda, der Riesenotter und der Amazonas-Delfin.

Völker & Ureinwohner
Etwa 20 Millionen Menschen, vor allem aber nicht nur indianischer Abstammung wie z.B. die Yanomami (1. Kontakt mit der westlichen Zivilisation in den 80er Jahren) leben dort als Jäger, Fischer und Bauern und viele von ihnen kämpfen um ihr Überleben in Hinblick auf Bedrohung und Ausbeutung ihres Lebensraums.

Bedrohung
Der Amazonas Regenwald ist sehr gefährdet.Von 1990 bis 2002 fielen ca. 153.000 qkm Wald dem Holzschlag zum Opfer.
80% des Holzes wird ohne Konzession gefällt. Das wertvolle Tropenholz trifft auf eine große Nachfrage in etlichen Industrienationen, zudem werden riesige Flächen für Rinderzucht, Soja- und Reisanbau gerodet, die Gewinnung von Palmöl, dass schon als grünes Gold Brasiliens bezeichnet wird, steht auch im Fokus.

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