Urwälder Nordamerikas

Ausdehnung
Urwald in Nordamerika bedeutet einerseits boreale Wälder in den kalten Regionen von Neufundland bis Alaska, Wälder mit Pappel- und Nadelbäumen.
Andererseits gemäßigte Regenwälder 400 km an den Küsten Alaskas, Kanadas und den USA entlang, der größte Regenwald außerhalb der Tropen, der größte seiner Art überhaupt: der Great Bear Rainforest. Er hat eine Ausdehnung von 64900 qkm, davon 72% unter “nachhaltiger“ Bewirtschaftung.

Tiere & Baumarten
Kodiak-, Schwarz- Grizzlybären
Hier finden sich die mit größten und ältesten Bäume, Zedern, Hemlocktannen und Douglasien aber vor allem die Giganten unter den Riesen: Mammutbäume, die über 100m hoch und über 1000 Jahre alt und ein Dutzend Meter dick werden.

Völker & Ureinwohner
An der südlichen kanadischen Westküste leben Stämme der Eyak, die Chugach leben in Alaska oder die Inuit in Kanada. In den USA konnten sich hauptsächlich im Schutze der Rocky Mountains wenige Urwälder in die Gegenwart retten. In einigen leben, wie zum Beispiel im Norden von Kalifornien, noch indianische Völker wie die Hupa und die Yurok. 80% der Ureinwohner leben aber in Reservaten.

Entwicklung

Raubbau an der Natur begann mit dem Einzug der Europäer Ende 15. Jahrhundert, durch Siedler, Walfänger, Pelzhändler und Bergbaufirmen, heute sind es Holzkonzerne.

Bedrohung
Die größte Gefahr droht diesem Wald von der Forstindustrie.
In den USA ist der Raubbau an der Natur massiv weiter fortgeschritten als in Kanada: Hier sind 94 Prozent des ursprünglichen Waldes bereits abgeholzt. Von den kümmerlichen Resten der einst riesigen Wälder stehen aber 85 Prozent bereits im Visier der Holzkonzerne und Energieversorger, die hier Rohstoffe gewinnen wollen. Auf dem gesamten nordamerikanischen Kontinent zerstörten Holzkonzerne von 1990 bis 2000 mindestens 12,3 Millionen Hektar Urwald - das entspricht drei Mal der Fläche der Schweiz. Die geschützten Gebiete vergrößerten sich im gleichen Zeitraum nur von knapp sieben auf elf Prozent und umfassen größtenteils noch nicht einmal die wertvollsten Urwaldgebiete - eine schlechte Bilanz für zwei der acht reichsten Wirtschaftsnationen der Erde.

Bergwälder Chiles

Allgemein
Der chilenische Valdivia-Wald ist der zweitgrößte temperierte Regenwald der Erde.

Ausdehnung
Patagonien erstreckt sich über mehr als 900000 qkm zwischen Argentinien und Chile.

Tiere & Baumarten

Für die gemäßigte Klimazone gibt es hier eine ungewöhnlich hohe Artenvielfalt. 50 Baum- und 700 höhere Pflanzenarten, davon 50% endemisch.
Aufgrund geographischer Barrieren – der Pazifik auf der einen und die Anden auf der anderen Seite - entwickelten sich in Chile und in Argentinien eine Vielzahl nur hier einheimischer Arten in Pflanzen- und Tierwelt, wie z.B. die Araukarie, auch Anden- oder Schuppentanne genannt, deren Familie über 50 Millionen Jahre alt ist. Sie wird bis zu 50m hoch und kann über 1000 Jahre alt werden. Ebenfalls lebt hier der kleinste Hirsch der Welt, der nur 35 bis cm große Pudu.

Völker & Ureinwohner
Bewohner dieser Wälder sind über 1,3 Millionen Mapuche-Indianer, denen nicht nur der Status als nationale Minderheit und die Rechte an ihrer Sprache und Kultur, sondern auch an ihren Boden vorenthalten werden.

Bedrohung
Die Gefährdung dieser Wälder liegt in Rodungen für die Pflanzung von Eukalyptus zur Papiergewinnung. Ebenfalls werden Staudämme gebaut, Öl und Gas gefördert. Argentinien verlor in den letzten 30 Jahren schon zwei Drittel seines Waldes.

Regenwald Zentralafrikas

Ausdehnung
Dieser tropische Regenwald hat eine Fläche von rund 2 Millionen qkm, und befindet sich zum größten teil in der demokratischen Republik Kongo. Es handelt sich hier um die artenreichste Region Afrikas.

Tiere & Baumarten
Neben den Waldelefanten und der Pythonschlange als Vertreter der Riesenschlagengen, leben in diesem Wald eine Vielzahl von Menschenaffenarten z.B. Gorillas, Bonobos und Schimpansen.

Entwicklung
Durch die Erschließung von früher unzugänglichen Gebieten haben Holz- und Minengesellschaften bereits 85% des Waldes vernichtet, der sich früher von Senegal an der Westküste Zentralafrikas bis Uganda im Osten erstreckte.

Bedrohung
Rodung zur Ressourcengewinnung durch Holz- und Minengesellschaften folgt der Einfall von Siedlern und somit die weitere und endgültige Zerstörung. “Bushmeat“ ist begehrt, so werden viele Millionen Tiere pro Jahr geschlachtet und gegessen. Die Jäger nutzen dabei die durch die Holzkonzerne in den Urwald geschlagenen Schneisen.

Urwälder Europas

Allgemein
Die europäischen Urwälder sind bis auf kleine Flächen im Norden (Finnland und Teile von Russland), Ost- und Südost-Europa (Karpaten) zerstört. Wo heute Nadelbäume Holz wie am Fließband liefern, bedeckten einst Laubwälder fast ganz Mittel- und Westeuropa.

Ausdehnung
Der europäische Urwald unterteilt sich in viele kleine Bruchstücke, hier ein Überblick: Finnland mit noch knapp 10000 qkm Urwald, aber nur die Hälfte davon ist geschützt. Der Bialowieski-Nationalpark, Weltnaturerbe und Biosphärenreservat der UNESCO, ist auf polnischer Seite 200 qkm und auf weißrussischer 1771 qkm groß. Rotbuchen-Urwälder sind auch in den ukrainischen und slowakischen Waldkarpaten erhalten geblieben, ebenso in den rumänischen Karpaten, keiner ist aber größer als 100 qkm.

Tiere & Baumarten
In den Laub- und Mischwäldern der Karpaten leben die größten Raubtierpopulationen (Bären, Luchse und Wölfe) Europas. Hingegen in den borealen Nadelwäldern Finnlands finden sich noch Rentierherden und wild lebende Elche.

Bedrohung
Profit zählt mehr als die Natur: Im finnischen Kasikkojärvi beispielsweise roden Holzfirmen besonders wertvollen Urwald, während bereits ein Antrag zur Aufnahme des Gebiets zum geplanten finnisch-russischen Kalevala-Nationalpark vorbereitet wird. Der Bialowieza-Urwald ist hauptsächlich durch Forstwirtschaft und den stetig zunehmenden Fremdenverkehr bedroht.

Schneewälder Sibiriens

Ausdehnung
Selbst minus 50 Grad Celsius gedeihen in Russland die borealen Nadelwälder. Lange schneereiche Winter und kurze kühle Sommer herrschen vor. ZVon der Republik Sacha, dem ehemaligen Jakutien, im Nordosten Sibiriens bis zu den Niederungen der Flüsse Amur und Ussuri an der chinesischen Grenze erstrecken sich die Urwälder im asiatischen Teil Russlands. Über mehr als 8.000 Kilometer vom nördlichen zum südlichen Teil des Gebiets wechselt die Landschaft von spärlich mit verkrüppelten Weiden und Birken bewachsener Tundra bis zu reichen Nadel- und Laubwäldern in der südlichen Region um Wladiwostok.

Entwicklung

Bis zur Erschließung Sibiriens für die russische Öl- und Holzindustrie lebten die indigenen kleinen Völker des hohen Nordens und fernen Osten Russlands - so der offizielle Ausdruck für die häufig weniger als 2.000 Menschen umfassenden Ethnien - von Fischerei, Jagd und Rentierzucht, jenseits der Dauerfrostgrenze im Süden auch von der Landwirtschaft.
Nur knapp eine Million dieser Ureinwohner überlebten die zaristische Eroberung und nachfolgende Russifizierung, inzwischen ist ihre Anzahl auf etwa 200.000 gesunken. Heute sind oben genannte Völker mitsamt ihrer Kultur durch die ungeheure Naturzerstörung akut gefährdet.
Ihr noch teilweise überliefertes Weltbild des schamanischen Animismus gründet auf einer ausgeprägten Balance in der Natur. Nicht zuletzt durch dieses Weltverständnis stehen sie der Enteignung und Zerstörung ihrer angestammten Heimat fassungslos gegenüber.

Bedrohung
Holzeinschlag, Bergbau einiger multinationaler Konzerne sind die größte Bedrohung der borealen Wälder Russlands. Zusätzlicher illegaler Einschlag und die Nachfrage von China und Japan nach besonders seltenen Baumarten sind die größte Gefahr für Russlands südsibirische Schneewälder. Gegen Gewehre und die Zerstörung ihres Lebensraumes sind die Tiger Sibiriens, von denen bereits heute mehr in Zoos als in freier Wildbahn leben, nicht gefeit.

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Montag, 03.07.2017 um 18:00 Uhr

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