Was war 2009 bei Greenpeace los? - Ein Jahresrückblick

In 2009 ist viel passiert, auch sehr viel Gutes, und das wollen wir uns noch mal auf der Zunge zergehen lassen:

[Infos gibt's von der Greenpeace-Kuh...] So hat der Gentechnik-Bereich mit der Unterstützung vieler Bürger eine Reihe großer Molkereien davon überzeugen können, auf Gentechnik-freie Milch umzustellen: Breisgauer, Allgäuland, Ehrmann, Zott, Bauer und Berchtesgadener Land haben bereits umgestellt oder aber eine Umstellung auf Gentechnik-freie Produkte angekündigt. Zudem hat im April das Landwirtschaftsministerium den Anbau vom Monsanto-Gen-Mais MON810 verboten; wir haben gentechnisch-manipulierten Leinsamen aus den Supermärkten verbannt und durch unsere Pestizid-Arbeit dazu beigetragen, dass die Pestizid-Rückstände in Obst und Gemüse in Supermärkten weiterhin sinkende Tendenz haben.

Aber nicht nur der Gen/Landwirtschaftsbereich war im Supermarkt aktiv: auch der Meeresbereich ist sehr zufrieden mit dem Effekt des neuen Fischratgebers und des Supermarkt-Rankings „Fisch“. Gerade beim Supermarkt-Ranking ernten wir jetzt die Früchte von drei Jahren Verhandlungen mit den Handels-Ketten. Zunächst hatte sich lediglich ein Unternehmen mit einer nachhaltigen Einkaufspolitik für Fisch beschäftigt. Heute, nach drei Jahren, haben zehn von elf Unternehmen eine Einkaufspolitik für Fisch in ihren Unternehmensleitlinien verankert. Es mangelt zwar überall noch an der Umsetzung, trotzdem gibt es gute Zeichen, wie die Auflistungen bedrohter Arten oder die Verbesserung der Produktkennzeichnung. Vom Sylter Außenriff lässt sich positiv vermelden, dass die in 2008 versenkten Steine tatsächlich die Grundschleppnetzfischerei in dem Gebiet verhindern und sie schon vielfältiges Leben um und an sich binden. Auf politischer Seite hat sich jedoch noch nicht viel Richtung Sicherung des Sylter Außenriffs bewegt.

04042009_Meeresstand1.jpgInteressante, aber keine guten Nachrichten hat die Forschungsreise des Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise aus der Arktis mitgebracht: Tropische Unterwasserströmungen führen zu einer schnelleren Gletscherschmelze als bislang auch vom IPCC angenommen. Die Gletscher sind nicht nur von der Wärme „von oben“ bedroht, sondern schmelzen „von unten“ durch immer wärmere Meeresströmungen zusätzlich ab. Weiterhin Sorgen machen wir uns um die beiden japanischen Greenpeacer Toru und Junichi, die immer noch auf Kaution frei sind, aber noch auf ihren Prozess warten. Ihnen drohen mehrere Jahre Haft, weil sie einen großen Skandal um geschmuggeltes Walfleisch aufgedeckt und das Walfleisch sichergestellt hatten. Daraufhin waren sie des Diebstahls der geschmuggelten Ware beschuldigt worden.

Auch die Kollegen „aus dem Wald“ sind sehr erfreut über die diesjährigen Schritte Richtung Urwaldschutz. Ein sehr wichtiger war die Bekanntmachung der größten brasilianischen Rinderunternehmen, zukünftig keine Rinder aus neu gerodetem Amazonasgebiet mehr abzunehmen. Dem war der Druck von Adidas, Nike und Co. vorangegangen, die auf Gespräche mit Greenpeace und vielen Unterschriften engagierter Bürger an unseren Infoständen reagiert haben. Erfreulich auch, dass das brasilianische Soja-Moratorium um ein Jahr verlängert wurde. Zudem hat sich mal wieder gezeigt, dass Hartnäckigkeit und Ausdauer in Kampagnen sich schlussendlich auszahlt: Jahre dauerte die Kampagne, Wochen die schlussendlichen Verhandlungen mit dem finnischen Forstamt und der Holzindustrie. Die letzten Urwälder Nordfinnlands sind nunmehr geschützt, das sind 96.900 Hektar Urwald!!!

images/stories/themen/wald/24012009_DemoFlughafenausbau_1.jpgDer Glückwunsch geht an alle Mitmenschen, die in den vergangenen Jahren diese Kampagne immer wieder intensiv unterstützt haben. Aber leider sind längst nicht alle letzten Urwälder gerettet. In Indonesien wird für neue Palmöl-Plantagen großflächig Urwald zerstört. In der Provinz Riau hat Greenpeace deshalb ein Klimacamp eingerichtet, um die lokale Bevölkerung beim Schutz ihres Urwaldes zu unterstützen. Es gab heftige Auseinandersetzungen mit den Behörden, Festnahmen und Ausweisungen ausländischer GreenpeacerInnen, aber Ende November konnte das Camp in einem symbolischen Akt der lokalen Gemeinde übergeben werden.

Neben diesen ganzen Ereignissen war das Thema Klima/Energie unser Jahresthema. Mit den als Klimaschweinen umlackierten SUVs ergaben sich viele Diskussionen um dicke Autos, CO2-Höchstgrenzen und Krisen in der Automobilindustrie, unter anderem bei IAA in Frankfurt. In der lokalen Kohlearbeit waren auch in diesem Jahr viele Greenpeacer aktiv und es gibt einige Gründe zu feiern: in Kiel, Datteln, Arneburg, Stade, Mainz, Emden, und Lubmin wurden die Bauvorhaben für neue Kohlekraftwerke zurückgezogen oder zumindest vorerst auf Eis gelegt.

/images/stories/themen/klimaEnergie/_MG_9499Main-Banner-Aktion.jpgTrotzdem sind an mindestens 18 Standorten noch weitere Kohlekraftwerke in Planung. Und unsere schwarz-gelbe Bundesregierung will sowohl am Bau neuer Kohlekraftwerke festhalten, als auch die CCS-Technologie vorantreiben. Was genau eine schwarz-gelbe Bundesregierung für das Thema Atomkraft heißt, bleibt abzuwarten. Der Koalitionsvertrag ist in Energiefragen wenig konkret, so werden beispielsweise keine Zahlen genannt, welchen Anteil die Erneuerbaren Energien bis 2020 an der Stromerzeugung haben sollen. Fest steht, dass Atomenergie als unverzichtbare Brückentechnologie angesehen wird und die Laufzeiten verlängert werden sollen. Wie genau das dann aussehen wird, ist mit den Betreibern der Atomkraftwerke noch zu vereinbaren

Greenpeace hat in diesem Jahr bundesweit viel erreicht, das war nur möglich mit Hilfe vieler engagierter Bürger, die mit Ihren Unterschriften und Spenden unsere Arbeit mitgetragen und tatkräftig unterstützt haben.

Dafür sagen wir DANKE! Wir freuen uns auf das Jahr 2010 und wünschen Euch allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an……. in 2010.

Übrigens
Greenpeace wird 2010 dreißig Jahre alt. Für September/Oktober 2010 planen wir in Frankfurt eine größere Veranstaltung, um uns im Rahmen unserer „30 Jahr-Feier“ bei Euch zu bedanken. Details dazu folgen bis Sommer 2010.

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