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Leere Meere – leere Netze

2014_12_02_Leere-Meere_03.pngIm Rahmen einer Global Week of Action (GWA) war die Meeresgruppe von Greenpeace Frankfurt am 22. November in der Innenstadt mit einem Infostand aktiv. Diese Aktion wurde vom 17. bis 22. November in insgesamt zwanzig Ländern unterstützt. Der Zeitpunkt der Aktion war besonders wichtig, da am 15. und 16. Dezember der Brüsseler Fischereiministerrat tagt und, wie jedes Jahr, die Fangquoten festgelegt und vergeben werden.

Wie konnte es nur soweit kommen, werden sich viele Menschen denken. Der Reichtum an Fisch in den unendlichen Weiten der Ozeane schien doch grenzenlos, und doch haben wir nur wenige Jahrzehnte gebraucht, 2014_12_02_Leere-Meere_02.pngum mit monströsen Industriefangschiffen, die mit riesigen Schleppnetzen die Weltmeere plündern, den Fischbestand um bis zu 80 Prozent zu dezimieren. Auf ihren Raubzügen orten diese Fabrikschiffe große Schwärme per Echolot, Radar oder Hubschrauber. Mit Kilometer langen Leinen und gigantischen Netzen fangen sie in kurzer Zeit riesige Mengen Fisch. So wie der weltgrößte Thunfischfänger „Albatun Tres“ aus Spanien, der auf nur einer Fischreise bis zu 3.000 Tonnen Fisch erbeuten und lagern kann. Vor allem die Fischgründe des Nordatlantiks und des Mittelmeers sind durch die gigantischen Schleppnetze, in denen 14 Jumbojets problemlos Platz haben, inzwischen fast leergefischt.

2014_12_02_Leere-Meere_01.pngEine gigantische Verschwendung von Leben entsteht zusätzlich durch den Beifang, denn neben dem kommerziell verwertbaren Fisch verfangen sich in den Netzen auch Vögel, Jungfische, Schildkröten und sogar Haie und Wale. Tot oder schwer verletzt werden diese Tiere dann wieder über Bord geworfen. So werden weltweit jedes Jahr bis zu 30 Millionen Tonnen Leben achtlos verschwendet. Bei der Jagd nach Tieren, die auf dem Boden leben, darunter Scholle, Seezunge und Krabben wird besonders viel Beifang erzeugt, da die Grundschleppnetze direkt über den Meeresboden gezogen werden. Sie nehmen dort alles mit, was wächst und krabbelt. Auch wunderschöne Korallen, die sich dort entwickelt haben, werden achtlos herausgerissen und später zerstört wieder ins Meer geworfen.

Aber auch durch die Treib- und Stellnetzfischerei kommt es zu unerwünschtem Beifang. So verheddern sich Schweinswale, die in Europa am stärksten bedrohte Walart, in den Netzen. Allein in der dänischen Stellnetzfischerei sterben pro Jahr über 5.000 Schweinswale. Bei der Industriefischerei in der Nordsee werden zum Teil noch lebende Fische, wie Sandaal und Sprotte zu Fischmehl und Fischöl verkocht. So werden jedes Jahr über 20 Millionen Tonnen Fisch als billiges Futter an Hühner und Schweine oder auch in der Aquakultur an Garnelen und Lachse verfüttert. Total schockierend ist die Tatsache, dass für die Ernährung von nur einem Kilogramm Lachs bis zu vier Kilo Fischmehl oder Fischöl nötig sind.

Mit dieser systematischen Vernichtung der Fischbestände setzen wir unsere eigene Zukunft aufs Spiel. Die von der EU vorgegebenen Fangquoten liegen weit über den Empfehlungen von Wissenschaftlern. Auch werden zerstörerische Fangmethoden nicht verboten. Leider sind auch Fischereikontrollen auf See und in den Häfen zu selten und die Strafen bei Vergehen zu gering. Auf diese Weise unterstützt die Politik das kurzsichtige Verhalten und somit den kurzfristigen Profit der Fischindustrie, denn bedauerlicherweise ist das Thema Nachhaltigkeit auch im internationalen Fischereimanagement immer noch die Ausnahme. Die leidtragenden dieser Fischereipolitik sind vor allem die Menschen, die Fisch als Grundnahrungsmittel benötigen. Das ist in erster Linie die Küstenbevölkerung ärmerer Länder, wie zum Beispiel in Westafrika. Auf diese Weise berauben die reichen Industrieländer die arme Bevölkerung, die auf diesen Fisch angewiesen ist.

Greenpeace fordert:

Eine gerechte Fangquotenverteilung - Greenpeace schaut nicht nur sehr genau auf die Fangquote, die sich in diesem Jahr verbindlich an die wissenschaftlichen Vorgaben halten muss, sondern auch auf die Vergabe an die kleinen handwerklichen Fischer

Eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Nutzung der Meere

Ein Netzwerk von großflächigen Meeresschutzgebieten, das 40 Prozent der Ozeane abdeckt

Ein sofortiges Verbot für jegliche Art der Tiefseeausbeutung auf der Hohen See

Wer fängt den letzten Fisch

2014_02_meerestand-300.pngEs ist wieder einmal soweit!! Der neue Fisch Einkaufsratgeber wurde von Greenpeace veröffentlicht. Die Nachfrage nach dem Greenpeace-Fischratgeber, auch an unserem Meeresstand war gut und für uns auch ein Indiz dafür, dass sich immer mehr Menschen auch aktiv für den Meeresschutz einsetzen. Wir alle können einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere leisten, indem wir zu Fisch aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur greifen. 

Als  noch empfehlenswert wurde auch weiterhin der Genuss von Karpfen eingestuft. Auch Hering, Kabeljau und Thunfisch können, allerdings mit Einschränkungen, verzehrt werden. Ein Blick in den Fischratgeber hilft dem Verbraucher, die richtige Wahl zu treffen, da der Bestand in einzelnen Fanggebieten doch sehr stark gefährdet ist.

Scanne den QR-Code mit dem Handy, um den Fischratgeber mobil dabei zu haben!Ratgeber Fisch (2014/01) mit 2 Rezepten von Sarah Wiener
Ratgeber Fisch (2014/01) Einzelseiten der Fischarten im handlichen Format für's
     Portemonnaie

Hintergrundinfo zum Ratgeber Fisch (Bewertungssystem) (2013/03)
Ratgeber Fisch - Mobile Version für's Smartphone - einfach den QR code rechts
    scannen

Sie können den Ratgeber auch telefonisch bei Greenpeace Deutschland
    bestellen unter Tel.: 040 - 30618 - 120

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Reform der EU-Fischereipolitik beschlossen

Bereits seit Jahrzehnten krankt die europäische Fischereipolitik. Seit der Einrichtung der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) im Jahr 1983 findet alle 10 Jahre eine Überprüfung des Gesetzes, das für eine nachhaltige Fischerei sorgen soll, statt. Allein die EU-Fischereiflotte besteht aus 84.000 Riesenfangschiffen, die mit ihren zerstörerischen Fangmethoden die Ozeane durchpflügen und mit ihren modernen Fangmethoden (z.B. Echolot und Sonar) jeden Fischschwarm entdecken. Mit ihren riesigen Netzen können sie einen gesamten Schwarm einfangen, so dass dieser dann für die Meere komplett verloren ist. Wenn wir diesen Raubbau an der Natur nicht stoppen, gibt es in 10 Jahren keine Fische mehr. Ja und warum ist das so?

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Der neue Fischratgeber ist da

b_800_600_0_00_images_Bilder_Artikel_Meere_2013_04_01_Fischquadrat_web.jpgSie essen gern Fisch; sind sich aber unsicher welchen Fisch Sie noch guten Gewissens essen dürfen? Die neue Auflage unseres Fischratgebers hilft Ihnen dabei.  Wenn wir auch morgen noch Fisch essen möchten, ist es allerhöchste Zeit gegen die Überfischung der Meere vorzugehen. Laut Schätzung der Welternährungsorganisation FAO sind weltweit ein Drittel der Speisefischbestände überfischt. Den neuen Fischratgeber gibt es als kleines Faltheftchen fürs Portemonnaie oder als Smartphone-Version. Der Fischratgeber bewertet über hundert Arten hinsichtlich ihrer ökologischen Nachhaltigkeit. Darüber hinaus gibt es eine Aufteilung zwischen  Wildfischerei und Aquakultur.
Ganz wichtig sind aber auch klare politische Regeln und behördliche Kontrollen durch die europäische Industriefischerei. Kürzlich berichtete Frontal 21 davon, dass die Crew des deutschen Fabrikschiffes „Jan Maria“ - Das Netz des Supertrawlers ist so groß, dass 13 Jumbojets darin Platz hätten –  aus reiner Profitgier mehr als 1,6 Millionen Kilogramm essbaren Hering!! verletzt oder tot wieder über Bord gekippt hat. Wie auch die Meeresbiologin Iris Menn von Greenpeace Deutschland sagte, hat die Gier der industriellen Fischerei die Meere vor unserer Haustür völlig geplündert. Jetzt geht der subventionierte Raubbau weltweit weiter. Da Fischbestände in EU-Gewässern massiv überfischt sind, plündern die Flotten längst andere Meeresregionen aus, zum Beispiel vor der Küste Westafrikas.

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Plündern der Meere; koste es was es wolle

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Am Montag, den 30. April, diskutierten wir bei Radio X (FM 91,8; KABEL 99,85) über die Einzigartigkeit unserer Meere und Meeresorganismen und wie wir sie schützen und erhalten können. 9c75250ddb.jpg

Im Einzelnen ging es um die gemeinsame Fischereipolitik (GFP), die katastrophalen Zustände der industriellen Ausbeutung vor der afrikanischen Westküste, den Schutz des Sylter Außenriffs und um die größte Müllhalde der Welt, dem riesigen Plastikstrudel zwischen Hawaii und den USA.

Darüber hinaus stellten wir den neuen Fischratgeber vor. Er passt in jedes Portemonnaie.

Ende des Jahres wird die GFP der EU erneut die Fangquoten festlegen. Die Fischereigesetzgebung wird alle zehn Jahre neu abgeschlossen. Das ist die Gelegenheit, endlich die dringendsten Forderungen von Greenpeace umzusetzen. Dazu zählen u.a. die Festsetzung niedriger Fangquoten, die Verkleinerung der Fangflotten der EU und ein Rückwurfverbot des unerwünschten Beifangs. Um die Fangobergrenzen einzuhalten, werfen die Fischer unerwünschte Fische einfach ins Meer zurück. Nach einer Studie der EU-Kommission werden je nach Art bis zu 98% der gefangenen Meerestiere zurück ins Meer geworfen – viele von ihnen tot.

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